Spuren hinterlassen

 

Sag mir, wer hat mir

den Atem in die Lunge gelegt

und dafür gesorgt,

dass sich alles in mir regt?

Wer hat mir den Blick

für die Schönheit gegeben?

Viele Fragen in Einer –

Was ist der Sinn in diesem Leben?

 

Oft ist es so dunkel

und schmerzt uns durch Verlust

Oft zu verwirrend,

ohne Anfang, ohne Schluss.

Aber viele Momente sind hell,

manchmal sogar zum Weinen schön

Doch nach all diesen Höhen und Tiefen

müssen wir irgendwann wieder gehen

 

Ich will, dass man weiß,

dass es mich einst gegeben hat

Will nicht ein, sondern mein Leben,

nicht zu verwirrend, nicht zu glatt

Will keine Figur aus Zeitschriften sein,

ich will echte Herzen bewegen

Dennoch nie übersehen werden

Ich will fesseln und bewegen!

So tief will ich berühren,

dass es kaum mehr zu fassen

Der Sinn meines Lebens ist,

Spuren im Sand zu hinterlassen…

 

~17.05.2011~

Balsam für die Seele

 

Buch aufschlagen,

Seele entblößen.

Bitte stellt Fragen,

die den Bann lösen!

Die Stimme zittert,

der Atem schwindet.

Wie ein Reh wittert,

ehe es Nahrung findet.

In Blicken gefangen;

in des Buches Ketten...

Jahre am Stock gegangen,

nun wollt ihr mich retten?

Wo liegt der Unterschied

zwischen Traum und Illusion?

Ob es einen gibt?

Kennt ihr ihn schon?

Die Stimme stirbt langsam,

es schließt sich die Kehle

- dann der Applaus -

Balsam für meine Seele!

 

~19.01.2014~

 

Valentina

 

Geschöpf der Sonne

Augen wie Moos

Ich hielt dich in Ketten,

nun bist du los'

Warst die 1. Idee

auf neuem Papier

Ich wollte dich zügeln,

dachte, du gehörst mir

Doch du bist real,

nicht zu bezähmen,

während deine Worte

die meinen lähmen

Du starrst mich an

- die Weisheit im Blick

Ich mache dich los,

nun gibt`s kein Zurück

Göttin der Erde,

Heilerin aus Fleisch und Blut

Du entwickelst noch Leben,

wenn die Feder längst ruht

 

~29.05.2013~

Tochter des Waldes

 

Sie hat sich immer schon

so unheimlich anders gefühlt

Statt mit anderen Kindern,

hat sie lieber im Wald gespielt

Sie interessierte sich nie

für die schönen Puppensachen

Dafür lernte sich schnell,

Heiltee und Tinkturen zu machen

Zuerst war das für sie

das Normalste auf der Welt

aber mit den giftigen Blicken

haben sich Zweifel zu ihr gesellt

Nachts spürte sie zu oft

die nie endende Einsamkeit

und keine Pflanze auf der Welt

hat sie je davon befreit

Aber der Wald gab ihr alles

und nahm ihren Schmerz

und der schöne Elf

berührte ihr Herz

Leise, so leise und ohne

Bitterkeit oder Verdruss

kam die Erkenntnis:

"Es hatte immer so sein gemusst!"


~06.08.2013~

Heute bin ich Darcy

Ein Seelenteil wie eine Flamme
schießt heute aus mir empor
es hinterlässt im Herzen eine Schramme,
ein kleiner Riss in der Faser nur.

Und nun da steht sie - hell und strahlend
Verführung, Leben, Sünde pur
Singt - sich vorm Spiegel die Augen malend -
nachdem das Rot über die Lippen fuhr.

Sie möchte heute Leben erfahren
als wenn es später kein Morgen mehr gibt
Sie wird die Männer um sich scharen,
um den zu finden, der sie liebt.

Sie atmet des Lebens Atemzug
mit schneller, heißerer Hefitgkeit
Nichts ist jemals gut genug
bis sie nicht endlich jemand befreit

Sie spinnt ihr Lachen wie die Netze
lockt mit Blicken und Gesang
Und ja: sie ist von mir das Beste!
Die anderen Teile komm' nicht an sie ran...

 

~17.06.2013~

Kapitel 5 ist pure Qual

 

Mein Hirn ist seit 7 Tagen und Nächten
nur noch zähe Masse Fehlbarkeit
Wort für Wort überflutet mich,
doch keins von ihnen bleibt.

Jedes hartnäckige Kursorblinken
ist für mich ein herber Stich
wie, wenn man ein Kind schüttelt
und schreit: "Was ist? So sprich!"

Es wäre zu früh, mit allen Mitteln
diese unausgereiften Ideen zu bewahr'n
gleichzeitig ist es schon viel zu spät,
die Trilogie nun an die Wand zu fahr'n

Nutzlosigkeit und quälende Zweifel
füllen den Platz, der für das Skript reserviert
1000 qualvolle Nächte werden vergehen
ehe aus diesem Wrack wieder eine Autorin wird

 

~19.06.2013~

Kriegerin in Ketten

 

Sie hat Ideen, sie hat den Mut,

aber der Pöbel entfesselt die Wut

Blind vor Zorn, im Hass gefang',

kommt sie vom Weg ab, niemals an

Mit Fackeln wird sie getrieben wie Vieh

"Verstehen werdet ihr mich wohl nie!"

Das Metall der Ketten tut so weh

Ach diese Kälte! Der Winter! Der Schnee!

Flügel gestutzt, Herz zerbrochen

Am Schluss ist sie von Dornen zerstochen

Sie will schlafen bis sie nie mehr erwacht

Ihr hellster Tag wurde zur dunkelsten Nacht

Die Zelle ist kalt, der Boden so hart

Sie ist knochig und krank, nie wieder zart

Die Augen leer, Blicke längst tot

Niemand sah je die wortreiche Not

Sie war Schriftstellerin mit Passion und Wut

Nun verreckt sie in ihrem eigenen Blut

 

~13.05.2013~

Niemals ein Traum

Du hast diesen Traum
und du hälst ihn ganz fest.
Es ist dieser eine Traum,
den du niemals gehen lässt.
Vor deinem geistlichen Auge
siehst du alles ganz klar,
aber Zweifel plagen dich tagtäglich.
Wird der Traum auch jemals wahr?

Es ist eine ungewisse Zukunft,
aber du lebst dafür,
denn diese Zukunft
gehört für immer nur dir.
Vielleicht hast du das Glück,
dass jemand hinter dir steht,
doch du kämpfst im Notfall
auch ganz allein auf deinem Weg.

Und auch die Niederlagen
nimmst du mit erhobenem Haupte hin,
denn du siehst in deinem Traum
allen Sinn.
Du hast von etwas geträumt
und dann wird es wahr
und du weißt, dass es niemals nur ein Traum,
sondern hohe Erwartung gewesen war.

 

~irgendwann~

Atmen im Meer

 

Der Ehrgeiz in mir

ist wie das Meer

Er bestimmt jeden Tag

Er trieb mich hierher

Die Wellen des Willens

toben um mich herum

Früher schwamm ich geradeaus

und ignorierte sie stumm

Doch irgendwann

brachen sie über mir ein

Und auf einmal wusste ich,

ich kann so viel mehr noch sein!

Ich will, dass die Leute

meine Worte sehen

Ich will, dass sie meinetwegen

in einen Buchladen gehen!

Das Meer verschlingt mich,

die Tinte flutet das Land

Ich bekam Kiemen

als ich mich fand...

 

~25.01.2011~

Kunst bricht aus

 

Ein pulsierendes Herz,                                        Wie kann man sagen,

was sich nach nichts mehr sehnt                       wie kann man verstehen

Eine singende Seele,                                          was nur Worte in Tönen

dich sich überglücklich wähnt                            können erzählen

 

Sie hat kein Blut,                                                   Und sie sehnt sich danach

spürt nur die Noten,                                              es mit Menschen zu teilen

die sie durch das Orchester                                Ihre eigenen Worte,

ihres Lebens lotsen                                             ihre eigenen Zeilen


Sie verliert sich im Nichts                                    Es lodert wie Feuer

der puren Magie                                                    in ihrer Brust

Höhere Kunst                                                        Es ist eine täglich

gibt es wohl nie                                                     wachsende Lust

 

Wenn all das Schlechte                                       Sie will es beherrschen

ihren Körper verlässt                                            Sie will es berühren

und sie eins                                                           Sie will die Musik

mit dem ganzen ist                                               wie Blut in sich spüren

 

~ 26.11.2010 ~