Tag 8 - My Heart Will Go On

Das Frühstück im Commons Inn war reichhaltig, aber nicht mein Fall, was sicher auch daran gelegen hat, dass das Personal schlicht und ergreifend unfreundlich war und das Raum unsauber (klebender Boden).

 

Nach dem Frühstück ging es Richtung Hafenstadt Cobh in den Fota Wilflifepark. Der Wildpark ist wirklich einen Besuch wert! Gerade für Leute wie mich, die herkömmliche Zoos verabscheuen, wo Tiere eingepfercht und zur Schau gestellt werden. Hier gibt es Platz in Hülle und Fülle! Teils begegneten man den wilden Tieren einfach auf dem Weg. Begrüßt wird man von freundlichen Straußen, dicht gefolgt (und mein persönliches Highlight) die Geparden (ganz wichtig: aus eigener Zucht!). Es hat wohl auch gerade Nachwuchs gegeben, denn zwei wunderschöne Gepardenjungen räkelten sich in der Sonne. Ein aufgewecktes, noch kleineres Kerlchen rannte nebenan mit einem Mädchen um die Wetter. Das Mädchen rannte vor dem Gehege hin und her und das Gepardenjunge hinter der Absperrung. Es war so ein rührender und verwunderlicher Anblick zu sehen, wie ein Mensch und ein wildes Tier lachend miteinander spielten. Hatte etwas von Dschungel Buch und Disney-Magie an sich 😉

 

Im Park gab es auch freilebende Pfaue, die so wunderschön und zutraulich waren, dass es mir schwer fiel, mich loszureißen. Doch das Weitergehen lohnte sich, denn schon sprangen uns Kängurus vor die Füße. Ich konnte meinen Augen kaum trauen. Natürlich musste ich sofort einen Schnappschuss machen, auch wenn die Tuchfühlung mir – in Anbetracht der überraschend langen Krallen – nicht ganz geheuer war.

 

Nach fast vier Stunden bei den Tieren ging es für uns Richtung Cobhs Hafenviertel. Der Blick von der alten gotischen Kirche auf dem Hügel hinunter aufs Meer, wo sich Segelboote in der Sonne tummeln, hatte etwas von Dolce Vita.

 

Wir schlenderten die Hafenpromenade auf den Spuren der beiden untergegangenen, irischen Luxusliner – Titanic und Lusitania -entlang. Zu Ehren der Passagiere, die in diesem Hafen zugestiegen sind, gibt es hier eine Steintafel der Opfer der Lusitania und ein wunderschönes, doch auch gespenstiges Glasdenkmal der Titanic. Dort ließen wir uns nieder und studierten zusammen die lange, bewegte Geschichte der Iren in unserem Reiseführer.

 

Danach aßen wir im Restaurant Titanic (ja, ich bin ein Fan!) zu Abend. Die schöne Atmosphäre entschädigte für das überteuerte Essen mit den kleinen Portionen (Typisch gehobenes Restaurant!)

 

Auf dem Rückweg sahen wir noch beim Planetarium vorbei, was leider schon geschlossen hatte, aber von außen einen imposanten Anblick bot.

 

Zurück im Hotel gönnten wir uns zum Abschied noch einen Cocktail an der Hotelbar, der leider noch unleckerer war als das Frühstück. Der Barkeeper las die Rezeptur dermaßen penibel ab, das man glaubte – und die Behauptung liegt nahe – er hätte diese Cocktails an diesem Abend zum ersten mal gemischt (wer bestellt in Irland auch Cocktails?) Sie waren fest wie Brei, sodass wir sie mit dem Strohhalm löffeln mussten. Eine Erinnerung, die mir noch immer Magengrummeln verursacht. Nach der Hälfte ergaben wir uns beide und gingen zurück auf unser Zimmer. Tja, schließlich sind die Iren für Ihr Bier berühmt und nicht für ihre Cocktails (die aber auf Plakaten in der Hotellobby groß beworben werden! – das nur zu meiner Verteidigung, wie ich auf die Absurde Idee kam, sie zu bestellen).